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Eichenprozessionsspinner erkennen

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Auf einen Blick: Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist ein unauffälliger, graubrauner Nachtfalter. Gefährlich für Mensch und Baum sind jedoch ausschließlich die Raupen. Ihre giftigen Brennhaare lösen schwere allergische Reaktionen aus. Bei einem Befall sollte direkt ein Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung kontaktiert werden.

Eichenprozessionsspinner Raupen (Thaumetopoea processionea)

Aussehen

  • Der Falter (Nachtfalter): Ein unauffälliger, asch- bis braungrauer Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 25 bis 35 mm und drei dunklen Querlinien auf den Vorderflügeln. Die Falter sind nachtaktiv und für den Menschen völlig harmlos.

  • Die EPS-Raupe (Größe & Färbung): Die Larven wachsen auf eine Körperlänge von bis zu 5 cm heran. Sie haben einen schwarzen Kopf, eine markante, breite, dunkle Rückenlinie und deutlich hellere, graublaue Flanken.

  • Die sichtbare Langbehaarung: Auf dem Körper der Raupe sitzen gelbbraune bis rotbraune Warzen, aus denen lange, silbrig-weiße Haare sprießen. Diese auffälligen Haare dienen der Feindabwehr, sind aber nicht die eigentliche Giftquelle.

  • Die unsichtbare Gefahr (Die Brennhaare): Das wahre Risiko geht von winzigen, mit bloßem Auge kaum sichtbaren Brennhaaren (nur 0,1 bis 0,2 mm kurz) aus, die ab dem 3. Larvenstadium wachsen. Eine einzige ausgewachsene Raupe besitzt bis zu 700.000 dieser feinen Härchen, die mit Widerhaken bestückt sind und das giftige Eiweiß Thaumetopoein enthalten.

  • Die Gespinstnester: Ab dem 5. Stadium spinnen sich die Raupen in dichte, weißliche Nester ein, die meist an Astgabeln oder direkt am Eichenstamm kleben. Diese Nester können faustgroß sein, bei starkem Befall aber auch die Größe eines Fußballs (bis zu 1 Meter Länge) erreichen und ähneln extrem dichten Spinnweben.

Eichenprozessionsspinner Raupen

Fortpflanzung

  • Überwinterung im Eigelege: Die Weibchen legen 100 bis 200 weiße, etwa 1 mm große Eier am Baumstamm ab, wo sie in sogenannten Eigelegen überwintern.

  • Schlupf im Frühjahr: Im April und Mai schlüpfen die jungen Raupen und gehen direkt in den typischen, mehrreihigen Prozessionen auf Wanderschaft.

  • Verpuppung zum Schmetterling: Zwischen Ende Juni und Anfang Juli verpuppen sich die Larven. Von Ende Juli bis Anfang August schlüpfen sie schließlich als fertige Falter aus den Nestern.

Lebensweise

  • Gefährliche Forstschädlinge: Die Raupen leben in großen Kolonien und verursachen an betroffenen Bäumen extremen Lichtungs- oder Kahlfraß.

  • Die sechs Entwicklungsstadien: Während ihres Wachstums durchlaufen sie sechs Phasen. Lebensgefährlich für Allergiker wird es ab dem dritten Stadium, da die Raupen ab dann die giftigen Brennhaare tragen, die toxische Reaktionen auslösen können.

  • Ganzjährige Gefahrenquelle: Da auch alte Gespinst- und Häutungsreste die Umgebung über Monate oder sogar Jahre hinweg kontaminieren, bleibt die allergene Wirkung der Haare ganzjährig aktiv.

Vom Ei bis zum Falter: Erfahren Sie alles über die Biologie des Eichenprozessionsspinners, seine Entwicklung und ab wann die Brennhaare zur Gefahr werden.

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