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Innerhalb eines Jahres durchläuft der Eichenprozessionsspinner (EPS) einen vollständigen Entwicklungszyklus: vom Ei über sechs Raupenstadien und das Puppenstadium bis hin zum fertigen Nachtfalter.
Alles beginnt im Spätsommer mit dem sogenannten Hochzeitsflug. Unmittelbar nach der Paarung legt das Weibchen in den Baumkronen der Eichen zwischen 100 und 200 etwa millimetergroße Eier ab. Um das Gelege vor Fressfeinden und der Witterung zu schützen, wird es mit einem bräunlich-grauen, schuppenartigen Drüsensekret getarnt. So perfekt vorbereitet, überdauern die Embryos den Winter, um im nächsten Frühjahr pünktlich zum Austrieb der Eichen zu schlüpfen.
Mit dem Erwachen der Vegetation und dem Austrieb der Eichenblätter erwachen die Larven.
Der Schlupf: Die Jungraupen besitzen zunächst eine braun-gelbe Färbung, die sich mit der Zeit in Grau-Schwarz wandelt.
Die Larvenstadien: Die Raupen absolvieren auf ihrem Weg zur Verpuppung insgesamt sechs Stadien innerhalb von etwa 9 bis 12 Wochen.
In den ersten beiden Stadien sind die Raupen noch harmlos. Die kritische Phase für den Menschen beginnt in der dritten Entwicklungsphase:
Zweierlei Haare: Die Raupen besitzen nun lange, harmlose Härchen sowie die gefürchteten, nur 0,1 bis 0,2 mm kurzen Brennhaare.
Das Gift: Diese Haare enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Bedrohung wölben sich die Segmente auf und sondern die Gifthaare ab.
Menge: Eine voll entwickelte Raupe trägt ca. eine halbe Million dieser giftigen Brennhaare, die mit Widerhaken versehen sind.
Ab Juni bauen die Raupen ihre typischen Gespinstnester an Astgabeln und Eichenstämmen.
Zweck: Die Nester dienen als Rückzugsort und zur Häutung. Sie sind gefüllt mit Kot und alten Larvenhäuten und können eine Größe von bis zu 1,5 Metern erreichen.
Verhalten: Nachts wandern die Tiere in mehreren Reihen (15 bis 30 Raupen) kolonnenartig – wie in einer Prozession – in die Baumkrone zur Nahrungsaufnahme.
Ende Juni bis Anfang Juli beginnt die etwa 20- bis 35-tägige Verpuppung in den Nestern.
Achtung: Während der Verpuppung werden die giftigen Brennhaare abgestoßen und fest in die Kokons eingewoben. Aus diesem Grund bleiben die verlassenen Nester als massive Gebilde aus Kot, Häutungshüllen und Gifthaaren noch über Jahre hinweg gefährlich.
Ab Mitte August erfolgt der Schlupf der nachtaktiven Falter.
Aussehen: Es sind eher unscheinbare, braun-graue Schmetterlinge mit einer Spannweite von 2,4 bis 3,4 cm.
Merkmale: Während die Männchen weiße Hinterflügel mit einem dunklen Fleck besitzen, sind diese beim Weibchen braungrau.
Der Zyklus schließt sich: Nach der Paarung erfolgt die Eiablage in den Baumkronen und der Kreislauf beginnt von vorn.
Ein Befall lässt sich meist an zwei Merkmalen deutlich erkennen: Zum einen an den charakteristischen Gespinstnestern, die handteller- bis fußballgroß an Eichenstämmen oder in Astgabeln hängen. Zum anderen am typischen Verhalten der Raupen, die sich nachts in langen, geordneten „Prozessionen“ vom Nest in die Baumkrone bewegen, um dort die Blätter zu fressen.
Der Kontakt mit dem Nesselgift Thaumetopoein führt zur sogenannten Raupendermatitis. Typische Symptome sind stark juckende Hautausschläge, Quaddeln und Rötungen. Atmen Betroffene die feinen Härchen ein, kann es zu Reizungen der Atemwege, Husten oder Atemnot kommen. Auch Augenreizungen und Entzündungen der Bindehaut sind häufige Folgen. Bei schweren allergischen Reaktionen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Die Gefahr bei einer Eigenentfernung (z. B. mit dem Gartenschlauch oder durch Abflämmen) ist extrem hoch, da dabei Milliarden von Brennhaaren aufgewirbelt und durch die Luft verteilt werden. Dies gefährdet nicht nur Sie selbst, sondern auch die gesamte Nachbarschaft. Professionelle Schädlingsbekämpfer wie wir nutzen spezielle Schutzausrüstung und Absauggeräte mit Hochleistungsfiltern (HEPA), um die Nester rückstandslos und sicher zu entsorgen.
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