Eine von Rentokil in Auftrag gegebene Befragung von 1.000 Unternehmen in fünf Ländern ergab, dass dies die Schädlingskategorie war, die in lebensmittelverarbeitenden Betrieben zu den größten wirtschaftlichen Verlusten führte:
- 60 % meldeten jährliche Einnahmeverluste zwischen 1 und 9 %
- 73 % meldeten, dass sie wegen der Einnahmeverluste sehr oder mäßig besorgt seien.
In Lebensmitteln
Vorratsschädlinge gelangen meist durch einen der zahlreichen Lebensmittelbestandteile in den Betrieb. So sind die meisten trockenen Lebensmittel von Schädlingen bedroht. Dazu gehören Getreideflocken, Samen, Nüsse, Trockenfrüchte, Gewürze, Milchpulver, Tee und konserviertes Fleisch.
Alle Stadien des Schädlings können im Lebensmittel vorkommen: Ei, Larve, Puppe und adulter Schädling.
In der Verpackung
Sie können auch in Verpackungen aus Papier, Pappe, Kunststoff, Zellophan und Folie eindringen. Die Eingangslöcher einiger Insekten sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Verpackungen, die Schädlinge enthalten, können äußerlich unbeschädigt sein.
Nager, Insekten und Milben fressen nur kleine Mengen Lebensmittel, verunreinigen dabei jedoch große Mengen durch Kot, Kokons, mit Häutungsreste und Kontamination, was zu einer weiteren Verschlechterung führt und das Lebensmittel für die Verwendung bei der Lebensmittelzubereitung oder für den menschlichen Verzehr unbrauchbar oder ungeeignet macht.
Schädlingsaktivität in unverarbeiteten Produktzutaten kann deren physikalische und chemische Eigenschaften ändern und zu einem Verklumpen bei der Verarbeitung führen, wodurch Produktionsstrecken gestoppt und Maschinen beschädigt werden können.
Durch Vorratsschädlinge verursachte Kosten
Von Rentokil durchgeführte Forschungen stellten einen hohen Prozentsatz von Betrieben fest, die durch von Vorratsschädlinge verursachten, direkten Kosten und Verzögerungen betroffen waren:
- Kontamination von Rohmaterial, die zu Kosten für Ersatz führt (37 %)
- Kontamination unverarbeiteter Zutaten, die zu Kosten für Ersatz führt (45 %)
- Schaden an Fertigware, die zu Kosten für Ersatz führt (38 %)
- Produktverzögerungen und zusätzliche Behandlung (30 %)
- Bußgelder oder Schließung (10 %).
Anzeichen für Vorratsschädlinge
- Schäden an gelagerten Produkten (z.B. kleine Löcher in Nüssen oder Getreide)
- Lebende oder tote Insekten
- Befall, Löcher, Larven, Puppen oder seidiges Gewebe an Lebensmittelresten, Verschüttungen oder deren Verpackung, an Balken und Fensterbänken
- Schädlinge, die in Insektenfallen geraten
Die häufigsten Vorratsschädlinge und die Lebensmittel, die von diesen befallen werden
Motten
- Indische Mehlmotte: Nüsse, Trockenobst und Getreide
- Mehlmotte: Mehlprodukte und Getreide
- Tropische Speichermotte: gelagerte Getreideflocken, Nüsse, Trockenobst, Ölsamen und Presskuchen
- Speichermotte: Kakaobohnen, Schokoladenkonfiserie, Trockenobst und Nüsse
Käfer & Rüsselkäfer
Es gibt eine große Zahl von Käferarten, die sich von getrockneten Lebensmitteln wie Getreideflocken / Getreide, Mehl, Samen, Nüssen, Hülsenfrüchten, Trockenobst, Schokolade, Gewürzen und verarbeiteten Produkte, einschließlich Pasta, ernähren.
- Korn-, Reis- und Maiskäfer: Primärschädlinge an Getreidekörnern
- Mehlkäfer: Getreideprodukte
- Reismehlkäfer: an pulverförmigen Produkten, wie Mehl, Trockenobst, Tierfutter, Nüsse, usw.
- Getreide- und Erdnußplattkäfer: Erdnüsse, Nüsse und Schokoladenprodukte
- Leistenkopfplattkäfer: besonders bei Keimlingen
- Diebskäfer: pflanzliche und tierische Produkte, sowie in alten Wohnhäusern und Vogelnestern
- Tabakkäfer: in Drogen wie Tee und Tabak
- Speckkäfer: in fetthaltigen tierischen und pflanzlichen Produkten
Milben
- Käsemilbe: Käse, Nüsse, Trockenei, Obst, Mehl, Tabak
- Mehl- oder Getreidemilben: Getreideflocken, getrocknete pflanzliche Materialien, Käse, Mais und Trockenobst
Bekämpfung von Schädlingen in Lebensmitteln und Vorräten
Mehr als bei anderen Schädlingen besteht bei Vorratsschädlingen oft ein kausaler Zusammenhang zwischen Produkten, Produktablagerungen und der möglichen Entwicklung der Tiere. Nur in Zusammenarbeit mit dem Produzenten kann ein Befall getilgt werden. Dafür wird vom Schädlingsbekämpfer ein Behandlungskonzept erstellt, in das die beiderseitigen Aufgaben in Form eines Maßnahmenkataloges aufgelistet und umgesetzt werden.
Eine grundsätzliche Voraussetzung ist die Schaffung baulicher Voraussetzung, um Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen und regelmäßige Reinigungsmaßnahmen vollumfänglich durchführen zu können. Neben Einschleppungen sind Ablagerungen und Produktreste die Ursache für das Fortbestehen und einen immer wieder auflebenden Befall.
Ein Behandlungskonzept beinhaltet immer die Bausteine:
- Inspektion
- Kontrolle der Monitoringsysteme
- Reinigung (Vorsorge durch den Kunden)
- Bekämpfung
- Wiederholung der Maßnahmen nach ca. 14 Tagen
- Nachsorge