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Wespennest – Bienennest – Hornissennest: Das sind die Unterschiede

So verwechseln Sie nie wieder ein Bienennest mit einem Wespennest

Es summt und brummt und da ist es: Ein Bienennest. Oder ist es ein Wespennest oder gar ein Hornissennest? Den Unterschied zwischen einem BienennestWespennest und Hornissennest erkennt man an mehreren Merkmalen: Aussehen – Ort – Material – und an den Tieren selbst.

Aber Achtung: Nester dürfen nicht einfach entfernt werden, egal ob es sich um ein Bienennest, Wespennest oder Hornissennest handelt. Teilweise stehen sie unter Naturschutz oder können auch Eigentum von jemandem sein.

Wenden Sie sich bei der Sichtung eines Nestes immer an einen Experten. Im Fall eines Bienennestes sind Imker die richtigen Ansprechpartner. Bei einem Wespennest oder sind wir als Schädlingsbekämpfer mit unserer Ausrüstung und den notwendigen Genehmigungen für Sie da.

Bienennest – die Nester der Honigbienen

Das Bienennest der Honigbiene lässt sich recht leicht von Wespennestern oder Hornissennestern unterscheiden. Selbst die „Cousine“ der Biene, die Hummel, baut andere Nester.

So sieht ein Bienennest aus:

  • Wachswaben: Ein Bienennest besteht aus geometrischen sechseckigen Waben aus Wachs. Die Farbe ist daher wachsgelb bis goldbraun
  • Keine Hülle: Der größte Unterschied zu Wespennestern ist die fehlende Hülle. Die Waben des Bienennestes liegen offen in dem gewählten Hohlraum. 
  • Lieblingsort: Das Bienennest ist meist nicht frei sichtbar, da wilde Honigbienen ihre Nester sehr gerne in Hohlräumen bauen. Baumhöhlen, Dachböden oder Mauerlücken sind beispielhafte, bevorzugte Nistplätze.
Biene auf Honigwabe
Ein Bienennest besteht aus geometrischen sechseckigen Waben aus Wachs.

So lange überdauert ein Bienennest

Bienennester können mehrere Jahre alt sein – im Gegensatz zu Wespennestern oder Hornissennestern, die nur eine Saison überdauern. Denn das Bienenvolk lebt das ganze Jahr. Selbst die kalten Wintermonate überleben Bienen dank Gruppenkuscheln: Das Bienenvolk zieht sich im Winter zusammen, bildet eine Art Traube und hält sich durch Zittern warm – so überwintert und überlebt das gesamte Bienenvolk. Dank dessen sind Bienennester mehrjährige Kolonien.

Langlebige Neststruktur

Das Bienennest besteht aus Bienenwachs, einem sehr langlebigen Material. Die Wachswaben werden immer wieder verwendet: Zur Brutpflege und um Honig und Pollen zu lagern. 

Bienen kümmern sich außerdem um ihr Bienennest: Solange es bewohnt wird, wird es auch gereinigt und repariert. 

Bienennester können älter als die Königin sein

Obwohl Bienennester und das Bienenvolk als solches, mehrere Jahre leben, wechseln die einzelnen Individuen. Eine Bienenkönigin kann bis zu 5 Jahre alt werden, meistens eher 2-3. Verstirbt die Königin oder wird alt, zieht das Volk eine neue Königin auf. Frei nach dem Motto: Die Königin ist tot – lang lebe die Königin. Das Bienennest wird also weitergeführt.

Die weiblichen Arbeiterbienen leben je nach Saison nur wenige Wochen bis zu 6 Monaten. Die Sommerbienen fliegen, putzen, füttern und bauen, bis sie nach 4 – 6 Wochen sterben. Die Winterbienen hingegen müssen das Volk und die Königin über den Winter bringen und leben bis zu 6 Monaten. Die männlichen Bienen, die Drohnen, leben ähnlich wie Wespendrohnen nur wenige Wochen im Sommer, mit der einzigen Aufgabe, die Bienenkönigin zu befruchten.

Bienennest erkennen an Honigwaben

Bienen sehen Wespen nur auf den schnellen Blick ähnlich

Aussehen: Wespen und Bienen unterscheiden sich beim genauen Hinsehen enorm: Obwohl sie in etwa gleich groß sind, sind Bienen kompakter, ihr Körper ist behaart – so können sie Pollen sammeln – und ihre Farben sind dunkler und wärmer als die grellen Signalfarben der Wespe.

Verhalten: Bienen unterscheiden sich auch in ihrem Verhalten von Wespen, was ebenfalls hilft, Wespennester von Bienennestern zu unterscheiden: Bienen sind friedlich und stechen nur bei absoluter Gefahr. Auch, weil ein Stich an uns Menschen sie das Leben kostet. 

Flugverhalten: Bienen fliegen häufig raus, insbesondere morgens und abends ist ein reger Flugverkehr zu beobachten. Im Gegensatz zu Wespen haben Bienen beim Rückflug Pollen an den Beinen. Sie fliegen nur Blumen an, da sie sich von Pollen und Nektar ernähren und im Gegensatz zu Wespen reine Vegetarierinnen sind.

Bienennester stehen unter Schutz

Ein Bienennest darf niemals einfach entfernt werden. Gehören Bienen einem Imker, sind es Haustiere und damit Eigentum des Imkers. Auch dann, wenn sie sich ein weiteres Nest außerhalb des Bienenstocks bauen oder umsiedeln. Honigbienen als Haustiere werden zwar nicht durch den Naturschutz geschützt, aber als Eigentum durch §§ 961–964 BGB. Wenn ein Bienenvolk umgesiedelt werden soll, müssen Sie sich an den zuständigen Imker wenden. Fun Fact: Der Eigentümer des Bienenschwarms darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten (§ 962 BGB).
 

Wildlebende Honigbienen

Honigbienen sind rechtlich geschützt - nicht explizit wie Wildbienen, aber sie fallen unter den allgemeinen Tierschutz. Das bedeutet, dass die Zerstörung, Umsiedlung oder Störung des Nestes nur mit einem wichtigen Grund erlaubt ist, nach § 1 Tierschutzgesetz. 
 

Wildbienen

Einzeln lebende Wildbienen, die sogenannten Solitärbienen, produzieren keinen Honig und bilden auch keinen Staat. Sie sind nach § 44 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz, Deutschland) streng geschützt. Das umfasst auch ihre Nistplätze wie Erdnester oder Mauerritzen.

Wespennest – das Nest der Deutschen oder Gemeinen Wespe

Ein Wespennest sieht aus wie ein kleines Kunstwerk aus Papier. Bereits auf den ersten Blick ist es von dem honiggelben Nest der Honigbiene unterscheidbar und auch die Wahl des Nistplatzes ist eine andere. Nur die Hornisse - die größte aller Wespenarten - baut ähnliche papierartige Nester.

So sieht ein Wespennest aus:

Eine runde Sache: Ein Wespennest ist kugelig oder tropfenförmig und umhüllt von einer Art Papierhülle - damit unterscheidet es sich so bereits stark von einem Bienennest, das keine Hülle oder bestimmte Form hat. Manchmal hängt es frei – ist also sofort erkennbar. Auch Wespennester haben Waben, die besonders im Anfangsstadium des Baus sichtbar sein können. Doch der größte Unterschied zum Bienennest ist die Farbe: Die Waben des Wespennestes sind hellgrau statt honiggelb.

Feinste Papierkunst: Wespen zerkauen Holz und mischen es mit ihrem Speichel zu einer papierartigen Maße an. Sie „nagen“ dafür an Zäunen, Gartenmöbeln oder Baumrinde – daraus entsteht ein erstaunlich leichtes und stabiles Nest. Wespennester sehen ein bisschen aus wie runde Papierlaternen. Die Farbe ähnelt auch recyceltem oder selbstgeschöpftem Papier: hellgrau. Dank dieser papierenen Struktur ist die Oberfläche auch glatt.

Lieblingsort: Hauptsache dunkel. Wespen sind Dunkelhöhlennister und bevorzugen somit verdunkelte Orte, um ein Wespennest zu errichten. Das kann sowohl freihängend in einer schattigen, ungestörten Ecke des Gartens sein, als auch auf dem Dachboden. 

Schlimmer wird es, wenn sich die Wespenkönigin einen Hohlraum zum Errichten ihres Wespennestes sucht, der aber von uns Menschen genutzt oder häufig frequentiert wird. Beliebt sind beispielsweise Rollladenkästen, was schnell auch Wespen ins Haus oder die Wohnung verirren lässt und eine Gefahr darstellen kann. In solchen Fällen sollten Sie das Wespennest entfernen lassen – wir als Schädlingsbekämpfer sind da der richtige Ansprechpartner! 

Wespennest erkennen
So sieht ein Wespennest aus.

So lange überdauert ein Wespennest

Die gute Nachricht vorneweg: Ein Wespennest ist einjährig bzw. überlebt nur eine Saison. Wespen sind im Gegensatz zu Bienen nicht resistent gegen Kälte und somit stirbt das gesamte Volk, bis auf die befruchteten Jungköniginnen spätestens im Winter ab. Erst dann dürfen Sie ein Wespennest auch selbstständig entfernen! Ein unbewohntes Nest wird im Folgejahr auch nicht mehr besiedelt. Auch das ist ein großer Unterschied zwischen Bienennest und Wespennest. Wespennester sind eine einmalige Geschichte. Aber Vorsicht: Beliebte Nistplätze werden dennoch gerne für ein neues Nest wieder aufgesucht. 

Ein Wespennest wächst dynamisch

Ein Wespennest startet im Frühjahr mit nur einer Jungkönigin, die im vergangenen Jahr geschlüpft ist. Sie wurde von den Drohnen befruchtet und überdauerte an einem geschützten Ort den Winter. 

Im Frühjahr, meist gegen Mai und Juni, fliegen die Jungköniginnen auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ihr Wespennest los und legen selbst die ersten Zellen an und legen dort ihre Eier ab. Die ersten Arbeiterinnen werden noch von der Königin selbst aufgezogen. Sind sie geschlüpft, übernehmen sie die Arbeit und legen im Laufe des Sommers ein Wespennest an, das bis zu mehreren Tausend Individuen anwachsen kann – und das innerhalb weniger Wochen. Daher auch die Struktur des Wespennestes: Es werden immer wieder neue Zellen und Papierwaben dazu gebaut.

Ein Wespennest ist klimatisiert

Wespen können die Temperatur des Wespennestes steuern: Wird das Nest im Hochsommer zu warm und droht die Brut einzugehen, fächern sie mit den Flügeln, um es zu kühlen. Da sie wiederum sehr kälteempfindlich sind, können sie mit Muskelzittern Wärme erzeugen, um die Temperatur im Wespennest zu erhöhen. So bleibt das Brutklima stabil.

Wespennest erkennen

Wespen tragen Signalfarben

Den Unterschied zwischen einem Wespennest und einem Bienennest sieht man anhand der Bewohnerinnen. Das klingt banal, aber gerade dann, wenn das Wespennest sich im Verborgenen befindet, hilft ein Blick auf die ankommenden Fliegerinnen. Da auch Bienen gerne in Höhlen nisten, wenn auch in anderen – macht es Sinn Wespen von Bienen unterscheiden zu können. Und das ist auch gar nicht schwer. 

Aussehen: Während Bienen eher gedeckte Farben und einen robusten, pelzigen Körper haben, kommen Wespen in Signalfarben daher: Sie sind auffällig knallgelb-schwarz gestreift und ihre Körper wirken schmaler, besonders die Taille ist sehr schmal und namensgebend für die Wespentaille. Auch sind ihre Körper glatt, es fehlt ihnen der typische Pelz der Biene. 

Verhalten: Wespen sind aggressiver als Bienen oder auch Hornissen. Auch wenn sie nicht grundlos stechen, sind sie immer in Hab-Acht-Stellung und wissen sich zu verteidigen, wenn sie sich bedroht fühlen. Das kann auch dann passieren, wenn wir ihnen nichts Böses wollen, die Wespe das aber anders sieht. Dank Pheromonen informiert sie ihre Schwestern, so dass aus einer aggressiven Wespe schnell mehrere werden. Wespen verteidigen ihr Nest aktiv und sind bereit zu stechen, auch mehrmals, da sie ihren glatten Stachel beim Stich nicht verlieren.

Deswegen ist es durchaus wichtig darauf zu achten, ob ein Wespennest in der Nähe der eigenen Wohnräume ist und notfalls professionell entfernen zu lassen. 

Flugverhalten: Gerade rund um das Wespennest findet ein reger Wachflug statt: Wespen sind jederzeit bereit, ihr Wespennest aktiv zu verteidigen. Nicht nur deswegen dürfen Sie Wespennester nicht selbst entfernen. 

Da sie zur Aufzucht ihrer Brut Eiweiß benötigen, jagen sie andere Insekten wie Mücken oder stehlen schon mal gerne vom Grillgut. Aber auch Süßes lockt sie an, besonders im Herbst, wenn die Larven ihre Entwicklung abgeschlossen haben. Im Gegensatz zu Bienen verschmähen sie menschliche Nahrung nicht: Limos, Eis oder Kuchen sind gern gesehene Energielieferanten. Blumen werden für Nektar auch angeflogen, gehören aber nicht zur Hauptnahrungsquelle. Eher Fallobst oder süßes, sehr reifes Obst.

Wespe zerkaut Holz für ihr Nest
Eine Wespe zerkaut Holz für ihr Nest.

Sonderfall: Erdwespen

Barfuß über die eigene Blumenwiese laufen kann gefährlich werden. Dann nämlich, wenn sich Erdwespen oder Erdbienen mit einem unterirdischen Nest in Ihrem Refugium einquartiert haben. Haben Sie ein Erdwespennest im Garten entdeckt? Bei den meisten Erdwespen handelt es sich oftmals tatsächlich um die Gattungen der Deutschen Wespe oder Gemeinen Wespe. Das Erdwespennest weist im Unterschied zum Erdbienennest bzw. Wildbienennest meist nur einen großen Haupteingang auf. Wildbienen dagegen fliegen meist mehrere Löcher im Boden an. Erdwespen können sehr aggressiv reagieren, wenn Sie dem Erdwespennest zu Nahe kommen.

Zögern Sie nicht und rufen Sie die Rentokil Schädlingsexperten kostenlos unter Tel. 0800 1718 176 an. Wir helfen Ihnen sowohl bei der Arterkennung als bei einer eventuell notwendigen Beseitigung.

Wespen und Wespennester sind durch das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) geschützt. Allein deswegen darf ein Wespennest nicht einfach von Privatpersonen entfernt werden. Wer ein Wespennest entfernen möchte, braucht einen vernünftigen Grund, wie drohende Gefahr. Außerdem sind Genehmigungen notwendig – die haben Schädlingsbekämpfer wie wir. Ansonsten drohen Bußgelder bis zu 50.000€.

Nicht alle Wespen bauen Nester und die meisten sind harmlos

Denken wir an Wespen und Wespennester, dann sind es fast immer diese beiden Wespenarten: Die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Beide Wespenarten bauen große Nester in Erdhöhlen, Dachböden oder Rollladenkästen oder auch unterm Dach, an Gartenhäusern oder an Holzstapeln. Viele Wespenarten leben solitär, bilden also keinen Staat und bauen somit auch keine klassischen Wespennester.

Die aufgeführten weiteren Wespenarten bilden zwar Nester und sind staatsbilden, sind aber für uns Menschen meist ungefährlich und harmlos:

Die nächste Verwandte der Gemeinen oder Deutschen Wespe ist die Rote Wespe. Leicht erkennbar durch die namensgebende Rotfärbung hinter der Taille sieht sie den anderen beiden Wespenarten nur auf den ersten Blick ähnlich. Die Rote Wespe nistet meist unterirdisch und gilt als friedlich. Sie stellt in der Regel keine Bedrohung für Menschen dar. 

Diese Langkopfwespe baut ein ähnliches Wespennest wie ihre aggressiven Verwandten. Jedoch befindet sich ihr freischwebendes, hängendes Wespennest meist in Hecken, Gebüsch oder Dachvorsprüngen. Die Sächsische Wespe gilt als relativ friedlich, würde ihr Nest aber bei schweren Erschütterungen verteidigen. Da sie an menschlicher Nahrung kein Interesse hat, sieht man sie weder an der Kaffeetafel noch beim Grillen.

Die „kleine Hornisse“ wie sie auch genannt wird gehört ebenfalls zu den Langkopfwespen und baut annähernd wie die Sächsische Wespe ihr freihängendes, gut sichtbares Wespennest gerne in Hecken oder Sträuchern oder in lichten Wäldern. Die Königin sieht der Europäischen Hornisse ähnlich, so entstand auch ihr Beiname. Die Arbeiterinnen der Mittleren Wespe haben ganz unterschiedliche Färbungen. Von rötlich bis hin zu fast schwarz oder mit dünnen gelben Streifen.

Für uns Menschen wird die Mittlere Wespe nur unangenehm, wenn sie ihr Nest bei Erschütterung verteidigt, bspw. beim Heckenschneiden. Da Wespen ihr Nest in der Regel nur von Ende April bis Oktober bewohnen, sind Begegnungen mit ihnen eher selten – auch weil in diesem Zeitraum Hecken und Sträucher weder stark geschnitten noch gerodet werden dürfen. 

Die Feldwespe ist eine harmlose, interessante, oft übersehene Wespenart in Deutschland – und sie unterscheidet sich in vielen Punkten deutlich von der klassischen „nervigen“ Wespe am Kuchentisch. Ihre Nester erkennt man daran, dass sie keine Hülle haben – die grauen Waben liegen offen dar. Das Nest ist dabei klein und hat eine Schirmform und wird von 15-30 Wespen versorgt. Das Volk ist sehr überschaubar.

Die Feldwespe ist so friedlich, dass sie sich noch nicht einmal daran stört, wenn Sie an ihrem Nest vorbeigehen. Dieses Wespennest können Sie also getrost ignorieren, auch wenn es sich in direkter Nachbarschaft befinden. Und wie bei den vielen, friedlichen Wespenarten üblich, haben sie einen großen Nutzen: Sie sind wunderbare Schädlingsbekämpfer.

Langbeinige Schönheit: Die Feldwespe erkennen Sie an ihrem lustig aussehenden Flug: Sie streckt beim Fliegen ihre Hinterbeine aus, was sehr markant ist. Insgesamt wirkt ihr Körper im Vergleich zur Deutschen oder Gemeinen Wespe langgezogener. Ihre Fühler und Hinterbeine sind außerdem auffällig orange gefärbt.

Hornissennest – die Nester der Europäischen Hornisse

Hornissennester sehen den Nestern von Wespen sehr ähnlich – kein Wunder, denn die Hornisse ist eine Wespenart. Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) steht unter strengem Schutz. Keineswegs darf ihr Nest einfach entfernt werden – es benötigt eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde. Und das ist auch gut so, denn Hornissen sind sehr friedlich und leiden lediglich unter ihrem schlechten Ruf. Ausnahmen bilden lediglich Asiatische Hornissen – sie sind ebenfalls friedlich und ungefährlich für uns Menschen, allerding handelt es sich um ein Neozoon – also eine invasive Art, die die heimische Insektenfauna gefährdet.

Trotz der Ähnlichkeit zum Wespennest kann man Hornissennester gut unterscheiden.

So sieht ein Hornissennest aus

Mit großem Tor: Hornissennester haben ein großes Einflugloch, im Gegensatz zu dem kleinen, unauffälligen Eingang der Wespe. Dieses Tor, der Eingang wird häufig bewacht. Außerdem befinden sich oft unterhalb des Eingangs Kotspuren auf dem Boden.

Grobe Papierkunst: Die Europäische Hornisse zerkaut ebenfalls Holz und schafft so eine papierähnliche Struktur für ihr Hornissennest. Der Unterschied zum Nest der Deutschen oder Gemeinen Wespe liegt in der Farbe: Das Hornissennest ist meist braun-grau gefärbt und zeigt oft einen rötlichen Schimmer. Die Struktur ist insgesamt gröber und unregelmäßiger. Man erkennt die einzelnen Papierschichten und die Maserung. Beide Nester sind rundlich, das Hornissennest ist aber etwas abgeflacht oben. Es kann einen Durchmesser von 30 cm und eine Länge von 60 cm erreichen.

Lieblingsort: Die Hornisse bevorzugt dunkle, ruhige Orte. Sie nistet gern in Baumhöhlen, Scheunen oder dem Dachboden sowie in offenen Nistkästen. Dennoch sind Hornissennester oft gut sichtbar und nicht so versteckt wie die Nester von Wespen. Ist das Platzangebot eingeschränkt, dann kann es passieren, dass Hornissen eine Filiale öffnen – also außerhalb des eigentlichen Nestes eine Art Nebennest.

Hornissennest erkennen
So sieht ein Hornissennest aus.

So lange überdauert ein Hornissennest

Ein Hornissennest wird nur eine Saison bewohnt – auch hier ist die Ähnlichkeit zu Wespennestern stark. Die Hornissenkönigin lebt ein Jahr. Sie überwintert geschützt vor Frost und Kälte und bildet im Frühjahr einen neuen Staat. Wie bei den Wespen leben die Arbeiterinnen nur wenige Wochen, ebenso die Drohnen. Im Herbst stirbt das gesamte Volk. Nur die neuen, befruchteten Jungköniginnen überwintern einzeln außerhalb des Geburtsnests und gründen im neuen Jahr ein neues Hornissennest. Auch deshalb macht es Sinn, sich mit einem Hornissennest zu arrangieren: Das Nest stirbt zu Beginn der ersten Kälteperiode ab, spätestens Anfang November. Alte Nester werden nicht mehr besiedelt und können dann gefahrlos entfernt werden.

Ab jetzt können Sie nach Hornissennestern Ausschau halten:

Es ist Mai, die Tage werden länger und wärmer. Ein tiefes Brummen ist zu hören und da ist sie auch schon: Die imposante Jungkönigin sucht nach einem geeigneten Platz, um ihren Staat zu gründen. Im Mai fliegt sie los und baut die ersten sechseckigen Waben ihres Nestes selbst. Auch geht sie selbst auf Jagd, um ihre Brut zu versorgen. Bis Ende Juni können die bis zu 35 mm großen Königinnen noch gesichtet werden, dann sind sie aktiv am Aufbau des Nestes und Volkes beteiligt. Ist das Hornissennest noch ganz klein und an einem ungünstigen Ort, kann über eine schonende Umsiedlung nachgedacht werden. Diese muss aber zwingend von Experten durchgeführt werden und benötigt Genehmigungen der Naturschutzbehörde.

Europäische Hornissen zerkauen Holz  für ihr Hornissennest
Europäische Hornissen zerkauen Holz für ihr Hornissennest.

Hornissen – die friedlichen Wespen in XXL

Hornissen sind unverkennbar. Da ihre Nester auch schon mal im Verborgenen sein können, macht es Sinn zu schauen, wer da eigentlich aus der Baumhöhle oder dem Rollladenkasten fliegt.

Aussehen: Die riesigen Wespen können 20-30 mm groß werden und sind damit doppelt so groß wie ihre kleinen Cousinen. Auch ihre Farben unterscheiden sich beim genauen Hinsehen. Hornissen haben eine rotbraune Grundfärbung mit gelblich-schwarzer Zeichnung am Hinterleib. Auch ihr Kopf ist rötlich gefärbt – im Gegensatz zur Gemeinen oder Deutschen Wespe, die einen schwarzen Kopf und einen auffällig gelb-schwarz gestreiften Körper besitzen.

Verhalten: Hornissen sind ausgesprochen friedlich und für Menschen harmlos. Sie zeigen ein defensives Fluchtverhalten, statt in den Kampfmodus zu gehen. Sie stechen nur in Notwehr, beispielsweise, wenn sie ihr Nest verteidigen müssen. Das würden sie zum Beispiel bei starken Erschütterungen. Oft überwacht eine Wach-Hornisse den Nesteingang.

Hornissen ernähren sich nicht von menschlichem Essen: Grillgut, Kuchen, Eis und Limo lassen sie stehen. Dafür jagen sie Mücken und Schädlinge. Sie sind darin sehr effektiv und machen uns als Schädlingsbekämpfer fast schon Konkurrenz.

Flugverhalten: Bevor man die stattliche Hornisse sieht – hört man sie. Ihr tiefes Brummen ist erstaunlich laut. Bis zu 60 dB erreicht es – so laut unterhalten wir uns in etwa. Hornissen fliegen bereits früh morgens los und sind im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten und Wespenarten auch abends aktiv. Das ist praktisch, da auch Mücken gerne abends fliegen. Auch Wolken stören sie nicht, nur bei Regen oder bei Temperaturen unter 12°C bleiben sie im Nest. Durch Lichtquellen angelockt, können sich Hornissen auch schon mal in der Nacht in unsere Nähe verirren, sind aber auch dann harmlos. In dem Fall hilft es Licht aus und die Hornisse mit Licht nach draußen zu locken oder die bewährte Glas-Papier-Methode anzuwenden.

Hornissen - die friedlichen Wespen in XXL

Hornissennester stehen unter strengem Schutz

Nicht nur Hornissennester – auch die friedlichen Riesen selbst sind strengstens geschützt nach § 39 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz). Europäische Hornissen stehen seit 1984 auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Ihr Lebensraum schwindet zunehmend. Da sie ausgesprochen friedlich sind, sind selbst Hornissennester in der Nähe eines Hauses oder Wohnung keine Gefahr. Ist eine Umsiedlung dennoch notwendig, müssen spezielle Genehmigungen der regionalen Naturschutzbehörde eingeholt werden. Bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder bis 50.000€ je nach Region sogar höher. 

Ausnahme: Asiatische Hornisse

Diese Hornissenart ist ein Neozoen und gefährden damit die heimischen Insekten und Biodiversität. Für Menschen sind sie ebenso ungefährlich, das ändert aber nichts an der schleichenden Gefahr, die von ihnen ausgehen: Da die Europäische Hornisse bereits zu den bedrohten Insekten gehört, sind ihre Verwandten aus dem Nahost für sie und ihren Lebensraum gefährlich. Asiatische Hornissen müssen deswegen unbedingt der Naturschutzbehörde gemeldet werden. Das gleiche gilt für die Orientalische Hornisse, die in Deutschland erstmals im Oktober 2024 gemeldet wurde.

So unterscheidet sich die Asiatische Hornisse von Europäischen Hornissen

Asiatische Hornissen sind kleiner als die heimische Vespa crabro, mit einer Körperlänge von ca. 2,5 cm sind sie ganze 0,5cm kürzer. Auch die Königinnen sind kleiner. Die Asiatischen Hornisse ist wesentlich dunkler mit einer Schwarzfärbung des Körpers und einem dunkel-orangenen Hinterteil. Auch ihr Gesicht ist dunkler: Schwarz mit einem orangenen Stirnschild während die heimische Europäische Hornisse ein rotbraunes Gesicht mit gelben Stirnschild haben.

Zusammengefasst: 

  • kleiner als die Europäische Hornisse (2,5 cm)

  • dunkler Körper: schwarzer Körper, dunkel-orangene Streifen & Hinterteil

  • dunkles Gesicht: Schwarzes Gesicht mit rot-braunem Stirnschild
Die Asiatische Hornisse ist ein Neozoen
Die Asiatische Hornisse ist ein Neozoen.

Hummeln und Hummelnester erkennen

Hummeln sind eine Bienenart und fallen vor allem durch ihren pummelig wirkenden, großen und runden Körperbau auf. Hummeln sind wie Bienen behaart und wirken geradezu pelzig. Die Farbe der Hummeln variiert je nach Art, ist jedoch meist kontrastreich von gelb, weiß bis schwarzfarbig. Die Länge der Hummeln beträgt durchschnittlich etwa 10-13 mm. Hummeln sind in der Lage zu stechen.

Ein Hummelnest besteht je nach Art aus Populationen von 50 bis 600 Tieren. Meist werden hohle Baumstämme und unterirdische Orte wie z.B. Erdlöcher zum Nestbau bevorzugt. Hummelnester werden in den meisten Fällen nur einmal genutzt und danach verlassen.

In Deutschland sind Hummeln, Hornissen und Wildbienen durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.

Erfahren Sie mehr über stechende Insekten und beißende Insekten.

Hummel auf Blüte
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