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Kenne den Feind – ein paar Fakten und Fragen rund um Bettwanzen

Was sind Bettwanzen?

Bettwanzen (Cimex lectularius) sind kleine, nachtaktive Insekten, die sich vom Blut von Menschen und seltener auch Tieren ernähren. Ein Befall wird oft erst spät bemerkt – nicht, weil die Tiere unsichtbar sind, sondern weil ihre Spuren leicht mit anderen Ursachen verwechselt werden können.

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Kann man Bettwanzen sehen?

Auch wenn sie sehr klein sind, in der Regel zwischen 4 und 5 mm, ist es möglich, erwachsene Wanzen mit dem bloßen Auge zu sehen. Es gilt auch: Wenn sie Bettwanzen sehen können, liegt bereits ein größeres Befallsproblem vor.

Aufgrund ihres flachen Körperbaus können sich Bettwanzen in engsten Ritzen, Rissen und Vertiefungen einnisten. Überall dort, wo ein kleiner Stecknadelkopf Platz hat, findet auch eine große Bettwanze Unterschlupf.

Das macht es so schwierig, Bettwanzen zu erkennen – wir haben Tipps und eine Checkliste aller Bettwanzen-Symptome für Sie zusammengefasst: So erkennen Sie Bettwanzen

 

Welche Farbe haben Bettwanzen?

Bettwanzen besitzen eine bräunliche Färbung, doch je mehr Blut sie von ihrem menschlichen Wirt absaugen, desto dunkler und röter werden sie.

Aber: Nymphen – also die Larven der Bettwanze sind anfangs farblos bis transparent. Erst mit ihrer ersten Blutmahlzeit, die sie für das Erreichen des nächsten Stadiums benötigen, färben sie sich braun. 

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Wie werden Bettwanzen angelockt?

Das Kohlendioxid in unserer Atemluft, die Körperwärme und Körpergeruch wirkt auf Bettwanzen in etwa so anziehend, wie auf uns der Geruch und die Wärme von frisch gebackenen Brötchen, die aus der Bäckerei strömt. Bettwanzen erkennen daran ihre Nahrungsquelle – eigentlich sind sie lichtscheu und nachtaktiv und kommen erst aus ihrem Versteck, wenn sie wahrnehmen, dass ihr Wirt in der Nähe ruht.

Deshalb bevorzugen Bettwanzen auch ganz klar Menschen als Nahrungsquelle, denn wenn wir schlafen, bewegen wir uns wenig und sie können uns ungestört anzapfen. Das klappt auch deswegen so gut, weil wir meistens größere, unbedeckte Hautflächen, wie Arme, Beine oder Gesicht beim Schlafen bieten und den Biss selbst nicht merken. Im Speichel der Bettwanze ist ein Betäubungsmittel und das ist auch gut so, denn eine Bettwanze trifft selten beim ersten Biss eine Blutkapillare und muss es dann meistens mindestens nochmal an einer neuen Stelle probieren. Außerdem mögen es Bettwanzen gemütlich: Dunkel, warm und kuschelig – in Innenräumen wie dem Schlafzimmer haben sie perfekte Voraussetzungen und das All-you-can-eat-Buffet in Form von uns Menschen ist auch zuverlässig in der Nähe.

Sind Haustiere Überträger von Bettwanzen?

Als blutsaugende Parasiten sind Bettwanzen spezialisiert auf sog. gleichwarme Lebewesen – theoretisch auch Tiere wie Hunde, Katzen, Vögel oder Nagetiere. Die bevorzugte Blutquelle sind aber Menschen. Bettwanzen erkennen uns am Körpergeruch, dem Kohlendioxid aus unserer Atemluft sowie der Körperwärme. Meist greifen Bettwanzen nur auf Tiere zurück, wenn keine Menschen verfügbar sind. Und wichtig: Bettwanzen lassen sich zwar auch bei Haustieren nieder, leben oder reisen aber nicht auf ihrer Haut wie beispielsweise Flöhe.

Falls sie sich in der Nähe von Haustieren verstecken wie im Körbchen, dann liegt das vielmehr an der warmen und dunklen Umgebung, weniger daran, dass das Haustier eine Blutquelle ist.

Bettwanzen sind braun

Wie lange überleben Bettwanzen ohne Nahrung?

Bettwanzen sind wahre Meister des Fastens. Bei Zimmertemperatur sind sie in der Lage, bis zu sieben Monate ohne Blutmahlzeit auskommen, bei niedrigeren Temperaturen sogar bis zu 500 Tage, also etwas weniger als 1,5 Jahre.

Das ist auch der Grund, wieso man Bettwanzen nicht einfach aushungern kann und weshalb Hausmittel und Tipps aus dem Internet wirkungslos sind. Die kleinen Blutsauger sind wahre Überlebenskünstler und Versteckprofis.
 

Bleiben Bettwanzen am Körper?

Nein, erwachsene Bettwanzen besuchen ihre Opfer ca. alle 3-7 Tage und saugen Blut. Die Attacke auf ihre Opfer geschieht meist in den frühen Morgenstunden. Der Saugakt von Bettwanzen dauert zwischen drei und zwanzig Minuten, je nachdem wie schnell ergiebige Blutkapillare gefunden werden. Nach der Nahrungsaufnahme ziehen sich Bettwanzen wieder in ihr Versteck zurück. Auf Störungen reagieren sie mit schnellen Bewegungen und dem Ausstoßen eines Geruchsstoffs.

Wie oft legen Bettwanzen Eier?

Bettwanzen legen in einem Zeitraum von zwei Monaten 200 bis 500 Eier in mehreren Stößen von jeweils 10 bis 50 Stück, d.h. eine Bettwanze legt jeden Tag Eier.

Blutiger Fakt: Das ausgewachsene Weibchen muss vor dem Eierlegen Blut zu sich nehmen. Auch die Larven müssen in jedem ihrer fünf Entwicklungsstadien mindestens einmal Blut saugen.

Eine Bettwanze legt 100-250 Eier pro Monat

Kann man Bettwanzen übertragen?

Wenn man selbst Bettwanzenbisse an sich entdeckt, jemanden kennt, der einen Bettwanzen-Befall hatte oder in einem Hotel genächtigt hat, das Bettwanzen hat, dann stellt sich schnell die Frage, ob man die Bettwanzen überträgt. Die Antwort ist ein eindeutiges: Jein!
Bettwanzen übertragen sich nicht wie Flöhe oder Läuse – sie springen nicht von einem Wirt auf den anderen, insbesondere da sie gar nicht auf dem Körper ihres Wirtes wohnen, sondern sich tagsüber verstecken und zwar überall da, wo es dunkel, warm und kuschelig ist. Und damit kommen wir zu dem JA im Jein:

Eigentlich besiedeln Bettwanzen einen einzelnen Raum, in der Regel Ritzen und andere kuschelige Verstecke in einem Radius von etwa 2 Metern rund ums Bett, solange sie regelmäßig Blut tanken können. Aber: Sie wandern auch gerne unbemerkt ins Gepäck: Koffer, die unters Bett oder in den Schrank geschoben wurden, Kleidung, die unachtsam auf den Boden vor dem Bett lag oder das Pyjama auf dem Bett, in das eine Bettwanze kroch und anschließend im Koffer landet…
Bettwanzen sind ein globales Problem, was sich ausbreitet, weil Menschen reisen und die Blutsauger verbreiten.

Vorbeugen ist immer besser als Nachsorge: Prüfen Sie im Hotel noch vor dem Auspacken, ob Sie sich das Zimmer mit ungebetenen Gästen teilen.

Kommen Bettwanzen von mangelnder Hygiene?

Nein, Bettwanzen sind ein Zeichen für hohe Fluktuation in Hotels und für die Reiselust des Menschen im Allgemeinen und haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Tatsächlich überleben Bettwanzen, ihre Nymphen sowie Eier keine Temperaturen über 50°C, so das Waschen bei mindestens 60°C helfen kann – jedoch ist das nur ein Teilaspekt: Bettwanzen sind solche Versteckkünstler, dass sie sich gerne da aufhalten, wo keine Waschmaschine etwas ausrichten kann: In Sockelleisten, an den Nähten der Matratze, hinter dem Bett und ähnlich schwer erreichbaren Stellen.

Welche Hausmittel gibt es bei Bettwanzen?

Es gibt viele Tipps, wie man Bettwanzen wieder los wird, wirksam ist allerdings keiner davon, denn Bettwanzen haben Resistenzen gegen frei verkäufliche Insektizide entwickelt. Als Schädlingsbekämpfer nutzen wir ein Kombi-Verfahren aus Wärme und speziellen Insektiziden.

Trotzdem können Sie im Fall eines Bettwanzen-Befalls tätig werden: Alle Gegenstände und Textilien, die potentiell mit Bettwanzen in Berührung kamen, können Sie bei mindestens 60°C waschen oder alternativ für mehrere Tage einfrieren. Tipps, wie Gegenstände luftdicht abschließen funktionieren nur dann, wenn zusätzlich vakuumiert wurde, da Bettwanzen auch mit wenig Sauerstoff zurechtkommen.

Was tötet Bettwanzen?

Vor allem Hitze (ab 45°C) oder Kälte wirkt auf Bettwanzen tödlich und das in jedem Stadium. Deswegen ist der Tipp, potenziell befallene Kleidung oder Gegenstände heiß, bei mindestens 60°C zu waschen oder alternativ einzufrieren auch das einzige Hausmittel um Bettwanzen, ihre Eier oder die Nymphen nachhaltig zu töten. Da Bettwanzen sich aber sehr gut in Ritzen verstecken, tötet man so nur einen Teil der Population und unterbricht den Kreislauf nicht.

Mit unserem bewährten Entotherm Wärmeverfahren wird der gesamte Raum auf eine Temperatur von 55°C – 60°C gebracht und tötet so schnell, großflächig und materialschonend die gesamte Bettwanzen-Population in allen Stadien ab. Zusätzlich arbeiten wir in einigen Fällen mit einem speziellen geruchsarmen bis geruchsfreien Insektizid, so dass auch dann eine erfolgreiche Behandlung stattfinden kann, wenn mal das Entotherm Wärmeverfahren nicht anwendbar ist.

Was bringen spezielle Bettwanzen-Klebestreifen?

Im Handel findet man immer wieder Bettwanzen-Tapes: Klebestreifen, die man am Bett anbringen kann und die manchmal zusätzlich mit einem Lockstoff versehen sind, so dass Bettwanzen früher oder später darüber laufen und kleben bleiben. Diese Klebestreifen eignen sich wunderbar zum Schädlings-Monitoring, weil sie so einen Befall anzeigen können. Sie sind allerdings nicht geeignet, um eine ganze Bettwanzen-Population auszurotten.

Bettwanzen oder Hausstaubmilben? Was juckt mich da?

Bettwanzen sind nicht mit Hausstaubmilben zu verwechseln. Bettwanzen sind nachtaktive parasitäre Insekten, die vom Blut warmblütiger Säugetiere leben. Hausstaubmilben dagegen sind mikroskopisch kleine Spinnen und ernähren sich von abgestorbenen Hautzellen. Sie sind nicht mit bloßem Auge erkennbar. Beide können bei sensiblen Menschen starken Juckreiz auslösen. Bei Bettwanzen erkennen Sie aber Bissspuren, die Mückenstichen etwas ähnlich sehen. Hausstaubmilben können juckende Pusteln hinterlassen, wenn jemand allergisch auf sie reagiert.

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