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Öffentliche Stellungnahme zu den aktuellen Maßnahmen der Rattenbekämpfung in Gemeinden

Öffentliche Stellungnahme zu den aktuellen Maßnahmen der Rattenbekämpfung

Aufgrund von aktuellen Anfragen und Diskussionen in den sozialen Medien bezüglich der laufenden Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung möchten wir Sie hiermit umfassend, transparent und sachlich über das genaue Vorgehen, das eingesetzte Präparat sowie die strengen Sicherheitsvorkehrungen informieren.

Die Gesundheit und Sicherheit unserer Bevölkerung – sowie der Schutz von Umwelt und Haustieren – haben bei diesen behördlich notwendigen Maßnahmen oberste Priorität.

 

1. Welches Gift wird eingesetzt und wie wirkt es?

Bei den aktuellen Maßnahmen wird das professionelle und behördlich zugelassene Rodentizid „Jade“ eingesetzt. Der darin enthaltene Wirkstoff (Bromadiolon) ist ein sogenanntes Antikoagulanz (Gerinnungshemmer).

Dieses Mittel entfaltet seine Wirkung ganz bewusst mit einer zeitlichen Verzögerung von einigen Tagen. Dies ist zwingend erforderlich, da Ratten hochintelligente Tiere sind, die in Kolonien und Familienverbänden zusammenleben. Würde die Wirkung sofort eintreffen, würden die Artgenossen die Gefahr sofort mit dem Köder verknüpfen und diesen künftig meiden (sogenannte Köderscheu). Das Gift führt nach einigen Tagen zum Einschlafen der Tiere.

 

2. Wie werden die Köder ausgelegt? (Schutz vor unbefugtem Zugriff)

Wir nehmen die Sorgen von Eltern und Haustierbesitzern sehr ernst. Daher wird das Präparat unter strengen Sicherheitsauflagen ausgebracht:

  • Die Köder werden niemals offen ausgelegt.
  • Der Einsatz erfolgt ausschließlich in speziellen, robusten Metall-Köderboxen, die fest versperrt und absolut zugriffsgeschützt sind.
  • Diese Boxen sind so konstruiert, dass größere Tiere wie Hunde und Katzen, aber auch Kinder, keinerlei Zugriff auf den Köder haben. Nur die Zielschädlinge können durch die kleinen, dafür vorgesehenen Öffnungen ins Innere gelangen.
  • Zudem sind die Köder im Inneren der Boxen fest fixiert (z. B. durch Draht- oder Blockmontage), sodass ein Verschleppen des Giftes aus der Box heraus unmöglich ist.
     

3. Besteht eine Gefahr für Haustiere durch eine Vergiftungskette? (Sekundärvergiftung)

Eine häufig geäußerte Sorge ist die sogenannte Sekundärvergiftung – also die Frage, was passiert, wenn eine Katze oder ein Hund eine Ratte frisst, die zuvor Gift aufgenommen hat. Aus tiermedizinischer und toxikologischer Sicht kann hier weitgehend Entwarnung gegeben werden:

  • Geringe Wirkstoffkonzentration: Die Menge des Wirkstoffs, die sich im Körper einer einzelnen Ratte befindet, ist sehr gering. Um eine lebensbedrohliche Vergiftung bei einer gesunden Katze auszulösen, müsste das Haustier über mehrere Tage hinweg eine sehr große Anzahl an vergifteten Ratten fressen. Die einmalige Aufnahme einer Maus oder Ratte führt im Regelfall zu keiner klinischen Vergiftung.
  • Biologische Toleranz: Katzen weisen zudem von Natur aus eine höhere Toleranz gegenüber dem Wirkstoff Bromadiolon auf als beispielsweise Hunde.
  • Wirksames Gegenmittel vorhanden: Sollte dennoch der seltene Verdacht bestehen, dass ein Haustier Symptome einer Vergiftung zeigt (wie auffallende Trägheit, Appetitlosigkeit oder Blässe der Schleimhäute), suchen Sie bitte einen Tierarzt auf. Mit Vitamin K1 existiert ein hochwirksames, direktes Gegenmittel (Antidot), welches die Wirkung des Mittels rasch und zuverlässig neutralisiert.
     

Fazit

Die regelmäßige Schädlingsbekämpfung ist aus Gründen der Seuchenhygiene und des Gesundheitsschutzes gesetzlich vorgeschrieben und für ein sauberes Wohnumfeld unerlässlich. Durch den fachgerechten Einsatz von Sicherheitsboxen und modernen Präparaten reduzieren wir das Risiko für Mensch und Haustier auf ein absolutes Minimum.

Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Verständnis für diese notwendigen Maßnahmen.

Autor: Jürgen Schilling, Operations Director, Rentokil Initial GmbH

 

Hund und Katze

Vergiftungsinformations-zentrale (VIZ)

Die Vergiftungsinformationszentrale bietet bei Vergiftungsverdacht telefonische Beratung rund um die Uhr an.

  • Notruf 0–24 Uhr: 01 406 43 43
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