HACCP-Gefahrenanalyse kritischer Lenkungspunkte
Hinter der kryptischen Bezeichnung "HACCP-Gefahrenanalyse kritischer Lenkungspunkte" bezeichnet einen systematischen Ansatz zur Lebensmittelsicherheit, der sich auf die Prävention jeglicher Kontamination durch biologische, chemische, physische und radiologische Gefahren konzentriert.
HACCP wurde zuerst für die Gestaltung und Herstellung von Lebensmitteln für das US-Raumfahrtprogramm entwickelt. Zu den Gefahren gehören Bakterien, Viren, natürliche Toxine, Pestizide, Arzneimittelrückstände, Zersetzung, Parasiten, Allergene, nicht zugelassene Lebensmittel- und Farbzusätze und radioaktive Verbindungen.
HACCP wird auf allen Stufen der Lebensmittelproduktion eingesetzt; von der Rohstofferzeugung über die Beschaffung und Handhabung bis hin zur Herstellung, dem Vertrieb und Verzehr des Fertigproduktes. Jeder Betrieb, der Lebensmittel verarbeitet oder mit diesen in Berührung kommt, muss ein HACCP-System entwickeln und an sein individuelles Produkt, die Verarbeitungs- und Vertriebsbedingungen anpassen.
Die sogenannte HARPC bezeichnet die Gefahrenanalyse und auf Risiko basierende Präventivkontrolle. Sie ist eine neuere Anpassung für bestimmte Betriebe in den USA, welche ihrerseits unter das Gesetz zur Modernisierung der Lebensmittelsicherheit (FSMA) fallen.
Die sieben Grundsätze der HACCP-Gefahrenanalyse
Sieben Grundsätze von HACCP werden von Behörden, Handelsverbänden und der Lebensmittelindustrie weltweit akzeptiert:
- Durchführung einer Gefahrenanalyse
- Identifizierung der kritischen Lenkungspunkte (CCP)
- Festlegung kritischer Grenzwerte für kritische Lenkungspunkte
- Festlegung von Überwachungsverfahren
- Festlegung von Korrekturmaßnahmen
- Festlegung von Überprüfungsverfahren
- Festlegung von Protokollierungs- und Dokumentationsverfahren
GMP (Good Manufacturing Practice)
GMPs beschreiben die Methoden, Ausrüstung, Einrichtungen und Kontrollen für das Produzieren verarbeiteter Lebensmittel mit dem Ziel der Produktion qualitativ hochwertiger und sicherer Produkte. Daher auch ihre Bezeichnung als "Gute Herstellungspraxis". GMPs sind im Allgemeinen in Verordnungen festgelegt. In den USA bspw. legt die FDA-Behörde GMPs in Lebensmittelverordnungen fest.
Die Verordnungen betreffen Mitarbeiter, Gebäude und Einrichtungen, Ausrüstungen und Geräte sowie Produktions- und Prozesskontrollen. GMPs bilden gemeinsam mit Standardarbeitsanweisungen (SOP) die Grundlage für HACCP und den Qualitätsmanagementstandard ISO 9000. Sie werden häufig in Form einer Abhängigkeitspyramide dargestellt.